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Unter der Straße liegt die Klimaanlage

Unter der Straße liegt die Klimaanlage

Wie smarte Betonmodule unsere Städte vor der Hitze schützen können

Von der versiegelten Hitzeinsel zur lebenswerten Wohlfühl-City – ein durch Schutzrechte geschütztes System macht Straßen zu aktiven, wetterunabhängigen Kühlern

Wenn die Stadt zur Hitzeinsel wird

Stellen Sie sich vor: Es ist 38 Grad heiß. Sie radeln oder gehen durch eine enge Innenstadtstraße. Der Asphalt strahlt Hitze wie ein Heizstrahler, die Luft flirrt, und Sie spüren die Wärme bis in die Kniekehlen. Viele Menschen – vor allem Ältere, Kinder oder chronisch Kranke – leiden unter solchen Bedingungen.

In deutschen Städten können die Temperaturen an heißen Tagen um 4–6 °C (manchmal bis zu 10 °C) höher liegen als im Umland. Das nennt man Urban Heat Island Effect – die städtische Wärmeinsel. Asphalt und Beton absorbieren bis zu 95 % der Sonnenstrahlung und speichern die Wärme tagelang.

Klassische Schwammstadt-Konzepte (mehr Grün, entsiegelte Flächen, lokale Wasserspeicher) können helfen – doch in dicht bebauten Innenstädten stoßen sie an Grenzen. Die Straßen bleiben versiegelt und heiß. Genau hier setzt ein innovatives, durch Schutzrechte geschütztes System an, das die Straßen selbst zur Klimaanlage macht – unterirdisch und selbst dann noch wirksam, wenn der Speicher weitgehend leer ist.

Das Problem: Asphalt als Wärmespeicher

Bei 38 °C Lufttemperatur können Asphalt- und Betonoberflächen leicht 55–70 °C erreichen. Diese Wärme wird tagsüber gespeichert und nachts wieder abgegeben – die Stadt kühlt kaum ab. Radfahrer und Fußgänger sind besonders betroffen: Sie bewegen sich direkt über der heißen Fläche und haben keine schützende Karosserie.

Oberflächenmaßnahmen allein reichen oft nicht aus. Was fehlt, ist eine Lösung, die unter den befahrenen und begangenen Flächen wirkt – ohne die Oberfläche zu verändern.

Die Lösung: JUMBO BLOCK – der unterirdische Klimaeffekt

Das JUMBO BLOCK System (entwickelt von der ZANNI GROUP) besteht aus massiven, aber hohlen Betonmodulen (Standardgröße 2,5 × 2,5 × 2,5 m). Jedes Modul bietet 13,9 m³ Netto-Hohlraumvolumen. Die Module werden in einer einzigen Lage unter Straßen, Rad- und Fußwegen verbaut – hochbelastbar (auch für Schwerlastverkehr, Verkehrslast LM1 nach EN 1991-2), wartungsfreundlich und innen begehbar.

Stellen Sie sich das Modul wie einen riesigen unterirdischen Teich mit integriertem Ventilator vor: Es speichert Wasser, lässt es versickern und ermöglicht gleichzeitig Luftaustausch. Und es kühlt sogar dann noch, wenn der Hohlraum weitgehend trocken ist.

Wie funktioniert die Kühlung?

Wissenschaft einfach erklärt

Wichtig vorab: Die Kühlung funktioniert in beiden Zuständen – nass und trocken. Im nassen Zustand (nach Regen) ist sie besonders stark durch Verdunstung. Im trockenen Zustand (nach längerer Hitzeperiode) übernehmen Betonmasse, Luftzirkulation und Wärmeleitung in den Boden die Arbeit.

Das System ist wetterrobust und benötigt keine Energie.

1. Thermische Pufferung (die große Wärmebatterie)

Wasser hat eine enorme Wärmekapazität. 13,9 m³ Wasser können bis zu ca. 16 kWh Wärme pro Grad Temperaturerhöhung aufnehmen. Zusätzlich besitzt der massive Beton selbst eine hohe Wärmespeicherfähigkeit.

2. Verdunstungskühlung (wie ein nasses Handtuch in der Sonne)

Wenn Wasser in den Hohlräumen oder durch permeable Deckschichten verdunstet, bindet es große Mengen Wärme. Das kühlt die Umgebung spürbar.

3. Wärmeleitung in den kühlen Untergrund

In 2,5–2,8 m Tiefe herrschen in Mitteleuropa relativ stabile Temperaturen von etwa 8–12 °C. Die Module leiten überschüssige Wärme in diesen kühleren Boden ab.

4. Luftzirkulation von unten (die unsichtbare Brise)

Durch die offenen Hohlräume und permeable Schichten kann kühlere, feuchtere Luft von unten aufsteigen. Das senkt die Temperatur direkt über der Fahrbahn und auf den Rad- und Fußwegen.

Konkretes Beispiel: Eine Straße wird zur Wohlfühlzone

Nehmen wir einen typischen innerstädtischen Abschnitt:

Zwei Fahrbahnspuren + Radspur + Fußgängerweg beidseitig (ca. 12 m breit). Mit 100 Modulen (je 13,9 m³ Netto-Hohlraum) wird ein ca. 50–60 m langer Abschnitt ausgestattet.

Ergebnis für Radfahrer und Fußgänger: Weniger Strahlungswärme von unten, eine kühlere Luftschicht in Bodennähe und eine spürbar geringere gefühlte Temperatur. Spaziergänge und Radtouren werden auch an 38-°C-Tagen angenehmer und gesünder. Die Wege bleiben länger nutzbar – ein echter Gewinn für aktive Mobilität in der Stadt.

Warum das für Kommunen besonders interessant ist

Mehrfachnutzen auf einer Fläche: Kein zusätzlicher Platzbedarf an der Oberfläche.

Wetterrobust: Kühlung und Wassermanagement funktionieren auch nach trockenen Perioden.

Integrierte Infrastruktur: In die begehbaren Hohlräume können städtische Leitungen (Wasser, Abwasser) sowie digitale Strukturen (Sensoren, Kabel) integriert werden. Alles bleibt zugänglich und kann ohne Aufreißen der Straße inspiziert und gewartet werden.

Kosteneffizienz: Einzellage-Verlegung hält die Kosten überschaubar. Langfristig spart die Stadt durch weniger hitzebedingte Gesundheitskosten und höhere Lebensqualität.

Resilienz & Sicherheit: Die Systeme sind hochbelastbar, KRITIS-, NIS-2- und CRA-ready und auch mit digitaler Überwachung ausstattbar.

Klimaziele erreichen: Beitrag zu Hitzeaktionsplänen, Schwammstadt-Strategien und Anpassung an die globale Wärmeentwicklung.

Bürgerzufriedenheit: Eine Stadt, in der man auch bei Hitze gerne zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, wird attraktiver – für Bewohner, Gäste und Unternehmen.

Wissenschaft trifft Alltag – und Zukunft

Die physikalischen Prinzipien (Wärmekapazität, Verdunstung, Wärmeleitung, Konvektion) sind seit langem bekannt und gut erforscht. Das JUMBO BLOCK System verbindet diese Prinzipien auf durchdachte Weise und ist für den praktischen Einsatz unter Verkehrsflächen entwickelt.

Kombiniert mit klassischen Maßnahmen (Bäume, Gründächer, helle Beläge, entsiegelte Flächen) entsteht ein starkes Gesamtsystem. Die Straße wird nicht mehr zum Problem, sondern zum Teil der Lösung – auch dann, wenn der Speicher einmal leer ist.

Fazit: Von der Hitzeinsel zur Wohlfühl-City

In einer Zeit, in der Hitzewellen häufiger und intensiver werden, brauchen wir Lösungen, die unter die Oberfläche gehen und wetterrobust sind. Das JUMBO BLOCK System zeigt, wie aus versiegelten Straßen aktive, dauerhafte Klimaanlagen werden können – wissenschaftlich fundiert, technisch machbar und für alle spürbar.

Kommunen, die jetzt in solche intelligenten Infrastrukturen investieren, schaffen nicht nur kühlere, sondern auch lebenswertere Städte. Für Radfahrer, Fußgänger, Familien und alle, die ihre Stadt wieder gerne erleben möchten.

Quellen & weiterführende Informationen

- Urban Heat Island Effekt: JRC & Copernicus-Daten (Städte 4–10 °C wärmer)

- Physikalische Grundlagen: Spezifische Wärmekapazität von Wasser, latente Verdampfungswärme, Fourier’sches Wärmeleitungsgesetz

- Technische Details: Offizielle Angaben zum JUMBO BLOCK System (jumboblock.de / ZANNI GROUP)

Hinweis: Dieses Dokument dient der Information und Diskussion. Alle Angaben zu Leistungen sind als „bis zu“-Werte zu verstehen und hängen von lokalen Bedingungen, Auslegung und Betriebszustand ab. Das JUMBO BLOCK System ist durch eingetragene Schutzrechte geschützt und wird derzeit in Projekten umgesetzt.

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